Huawei und Telekom warnen vor Angriffen auf Wartungsports

Ein IoT-Botnetz greift derzeit weltweit Modems von Huawei über einen Wartungsport an, die Deutsche Telekom spricht von bis zu 100.000 infizierten Geräten. Huawei gibt Sicherheitstipps und will einen Patch bereitstellen.

Huawei hat eine Sicherheitslücke in seinem Modem Huawei HG532 bestätigt. Ähnlich wie vor rund einem Jahr bei Angriffen auf das Netz der Telekom könnten Angreifer versuchen, den Wartungsport des Geräts für den Aufbau eines Botnetzes auszunutzen. Damals scheiterten die Angriffe unter anderem daran, dass die Malware nicht mit der Firmware der Modems kompatibel war.

Huawei wurde nach eigenen Angaben am 27. November von der Sicherheitsfirma Check Point auf das Problem hingewiesen und hat eine interne Untersuchung eingeleitet. Check Point hatte dazu ein Advisory mit der Nummer CPAI-2017-1016 veröffentlicht. Die Experten stufen die Lücke als „kritisch“ ein, das Unternehmen hatte bereits im Oktober ein Mirai-artiges Botnetz entdeckt, das für ähnliche Angriffe verantwortlich sein soll. Nach Angaben von Check Point schützen die Appliances R80, R77, R76 und R75 vor einem erfolgreichen Exploit.

Angriff über Port 37215

Ein Angreifer kann Pakete an den Port 37215 senden, um Angriffe zu starten. Ein erfolgreicher Exploit könne genutzt werden, um auf dem Modem beliebigen Code auszuführen. Damit könnte ein Gerät in ein Botnetz integriert werden und weitere Angriffe starten. Die Deutsche Telekom habe nach eigenen Angaben bereits ab dem 25.11. entsprechende Angriffe auf ihre Honeypots gesehen, wie eine Sprecherin Golem.de sagte. Das Volumen habe bis zu 200.000 Datenpakete pro Stunde betragen, nach Schätzungen der Telekom sollen etwa 80.000 bis 100.000 Geräte infiziert sein. Aus Deutschland seien allerdings keine erfolgreichen Angriffe bekannt.

Konsumenten können sich mit einigen einfachen Tipps schützen. So sollten sie zunächst, falls noch nicht geschehen, die eingebaute Firewall des Gerätes aktivieren und das Default-Passwort ändern. Außerdem rät Huawei, „auf ISP-Seite“ eine Firewall zu aktivieren. Anbieter, die entsprechende Geräte im Angebot haben, sollen die Intrusion-Prevention-Signaturen in Version IPS_H20011000_2017120100 einspielen, um Kunden vor Angriffen zu schützen.

Quelle: Golem

Hacker nutzen Router als Portal ins Heimnetz

Der Sicherheitsexperte Bogdan Calin hat eine Firmwarelücke der Router von Arcor, Asus und TP-Link entdeckt, die er mit einer manipulierten Mail ausnutzen kann. Öffnet das Opfer die Mail, wird der eigene Router so umkonfiguriert, dass der ganze Netzwerkverkehr auf einen Hackerserver umgeleitet wird. Das Opfer merkt davon nichts.

Für den Angriff wird ein Cross-Site Request Forgery (CRSF) genutzt. Versucht das Mailprogramm ein eingebettetes Bild zu laden, wird eine Befehlszeile ausgeführt, die die DNS-Einstellungen des Routers ändert.

Zur Gegenmaßnahme gibt es nur die Möglichkeit das vorgegebene Standardpasswort des Routers zu ändern.

Genauso kritisch ist die Schwachstelle bei den aktuellen WLan Routern 4421 und 6431 von O2 und Alice zu sehen. Über den Web-Serviceport 7170 ließ sich von außen die gesamte Konfigurationsoberfläche des Routers aufrufen. Dort kann man zum Beispiel Zugangsdaten auslesen oder etwa den kompletten Internetverkehr umleiten. Abhilfe schafft hier eine gepatchte Firmware die automatisch auf die Router überspielt wird.

Bei Installation eines neuen Routers sollte man als erstes das vorgegebene Passwort ändern, denn Listen mit den voreingestellten Kennwörtern findet man ohne Probleme im Internet.